aus : Junge Welt Freitag, 20. Mai 2011, Nr. 116
Indien mahnt Sri Lanka
Wiederherstellung normaler Lebensverhältnisse in Tamilengebieten verlangt
Von Ashok Rajput, Neu-Delhi Indiens Premier Manmohan Singh hat am Dienstag den Besuch des srilankischen Außenministers Gamini L. Peiris zum Anlaß genommen, von Colombo erneut nachdrücklich Schritte zu wirklicher Aussöhnung, zur Rückkehr inlandsvertriebener Tamilen in ihre Siedlungsgebiete und zur Wiederherstellung normaler Lebensverhältnisse für die ethnische Minderheit zu verlangen. Außenminister Peiris verwies darauf, daß die staatliche Kommission, die der Aussöhnung zwischen der tamilischen Minderheit und der singhalesischen Mehrheit dienen und Schlußfolgerungen aus Augenzeugenberichten ziehen soll, noch immer durchs Land reist und eine gewissenhafte Arbeit leistet. Die Regierung stehe im Dialog mit den Vertretern tamilischer Parteien. Sechs Runden habe man bereits absolviert. Darin sei es um substantielle Fragen von Mitbestimmung gegangen.
In den Gesprächen in Neu-Delhi kam auch der kürzlich vorgelegte sogenannte Darusman-Bericht eines UN-Untersuchungsausschusses über Menschenrechtsverletzungen in der letzten Kriegsphase zur Sprache. Im Mai 2009 hatten die Streitkräfte Sri Lankas die aufständischen Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) vernichtend geschlagen. Dabei waren rund 300000 tamilische Flüchtlinge zwischen die Fronten geraten. Tausende kamen ums Leben. Überlebende wurden in hermetisch abgeriegelte Notlagern interniert. Colombo weist den UN-Bericht wegen zahlreicher Widersprüche und ungenauer oder falscher Fakten zurück. Es will mit eigenen Dokumenten, an denen noch gearbeitet wird, kontern.
Präsident Mahinda Rajapakse erklärte vor Journalisten, der UN-Bericht sei parteiisch, voll von Anschuldigungen, ohne sichere Quellenangaben. Seine Regierung wolle umfassend darlegen, wie sie Ex-LTTE-Kader rehabilitiert, vertriebene Zivilisten in ihre Heimatgebiete zurückbringt, den Norden und Osten des Landes wieder aufbaut und sich für Versöhnung einsetzt. Damit werde die »Unrichtigkeit des kontroversen Darusman-Reports bloßgestellt«. Gezieltes Töten von Zivilisten im letzten Kriegsabschnitt habe es jedenfalls nicht gegeben.
Schützenhilfe erhält die Regierung in Colombo in dieser Angelegenheit von vielen Seiten. So meinte der prominente Anwalt Gomin Dayasri in einem Interview für die Zeitung Daily News, der Report sei ein »privates Kunstwerk« von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Hinter dessen »Alleingang« stecke die im Westen ansässige tamilische Diaspora. Sri Lanka solle offensichtlich diskreditiert werden. Es handele sich um den Versuch, eine siegreiche Streitmacht nachträglich zu bestrafen, nachdem diese »brutalen Terrorismus ausgerottet und einer bedrohten Gemeinschaft Frieden und Demokratie gebracht hat«. Sri Lanka sei damit befaßt, die 30 Kriegsjahre aufzuarbeiten und in mühsamer Kleinarbeit Vertrauen zwischen den ethnischen Gemeinschaften wiederherzustellen. Der Darusman-Bericht torpediere das. »Sri Lankas Zukunft liege in einer schnellen Aussöhnung. »Wir können einigen sich einmischenden Ausländern nicht erlauben, diesen Prozeß zu sprengen«, äußerte Dayasri.
In den Gesprächen in Neu-Delhi kam auch der kürzlich vorgelegte sogenannte Darusman-Bericht eines UN-Untersuchungsausschusses über Menschenrechtsverletzungen in der letzten Kriegsphase zur Sprache. Im Mai 2009 hatten die Streitkräfte Sri Lankas die aufständischen Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) vernichtend geschlagen. Dabei waren rund 300000 tamilische Flüchtlinge zwischen die Fronten geraten. Tausende kamen ums Leben. Überlebende wurden in hermetisch abgeriegelte Notlagern interniert. Colombo weist den UN-Bericht wegen zahlreicher Widersprüche und ungenauer oder falscher Fakten zurück. Es will mit eigenen Dokumenten, an denen noch gearbeitet wird, kontern.
Präsident Mahinda Rajapakse erklärte vor Journalisten, der UN-Bericht sei parteiisch, voll von Anschuldigungen, ohne sichere Quellenangaben. Seine Regierung wolle umfassend darlegen, wie sie Ex-LTTE-Kader rehabilitiert, vertriebene Zivilisten in ihre Heimatgebiete zurückbringt, den Norden und Osten des Landes wieder aufbaut und sich für Versöhnung einsetzt. Damit werde die »Unrichtigkeit des kontroversen Darusman-Reports bloßgestellt«. Gezieltes Töten von Zivilisten im letzten Kriegsabschnitt habe es jedenfalls nicht gegeben.
Schützenhilfe erhält die Regierung in Colombo in dieser Angelegenheit von vielen Seiten. So meinte der prominente Anwalt Gomin Dayasri in einem Interview für die Zeitung Daily News, der Report sei ein »privates Kunstwerk« von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Hinter dessen »Alleingang« stecke die im Westen ansässige tamilische Diaspora. Sri Lanka solle offensichtlich diskreditiert werden. Es handele sich um den Versuch, eine siegreiche Streitmacht nachträglich zu bestrafen, nachdem diese »brutalen Terrorismus ausgerottet und einer bedrohten Gemeinschaft Frieden und Demokratie gebracht hat«. Sri Lanka sei damit befaßt, die 30 Kriegsjahre aufzuarbeiten und in mühsamer Kleinarbeit Vertrauen zwischen den ethnischen Gemeinschaften wiederherzustellen. Der Darusman-Bericht torpediere das. »Sri Lankas Zukunft liege in einer schnellen Aussöhnung. »Wir können einigen sich einmischenden Ausländern nicht erlauben, diesen Prozeß zu sprengen«, äußerte Dayasri.