Viele Verlierer in Sri Lankas Bürgerkrieg
Sri Lankas Regierung bebt vor Zorn über den Report einer drei-köpfigen Komission, die im Auftrag von UN-Generalsekretär die letzten drei Monate des brutalen Kriegs zwischen den Streitkräften der Regierung und der "Befreiungsfront Tamil Eelam" (LTTE) im Jahr 2009 unter die Lupe nahm. "Das Militär hat Zivilisten nicht absichtlich getötet", erklärte Lakshmann Abeywarddena, der stellvertretende Minister für Wirtschaftsentwicklung.
D. E. W. Gunasekara, ein Führungsmitglied der Kommunistischen Partei und "Minister for menschliche Ressourcen", behauptete: "Der Bericht ist ein Rückschlag für den Versöhnungsprozess."
Dabei ließ die Regierung in Colombo schon erste Einzelheiten des Berichts durchsickern, bevor er am Montag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im "Interesse der Transparenz" veröffentlicht wurde.
Präsident Mahinda Rajapakse, ein rabiater, singhalesischer Nationalist, schürte bereits Mitte April die Emotionen seiner Bevölkerungsgruppe, als er erklärte, er sei bereit, "für die Nation auf den Elektrischen Stuhl" zu steigen.
Die dreiköpfige Untersuchungskommission kam zu verheerenden Ergebnissen für alle Beteiligten. Colombo wird vorgeworfen, systematisch Krankenhäuser und mit Vertriebenen vollgepfropfte Gebiete mit Artillerie beschossen zu haben. Außerdem sollen Kämpfer der LTTE, die sich ergeben wollten oder hatten, auf Befehl der Regierung kaltblütig getötet worden sein. Der LTTE, die inzwischen nicht mehr existiert, wird vorgeworfen, Zivilisten als menschlich Schutzschilde missbraucht zu haben. An die Adresse der Vereinten Nationen geht die Kritik des Berichts, dass die Organisation nicht ausreichend versucht habe, das immense Blutvergießen zu vermeiden.
Der Konflikt endete nach fast 30-jährigem Bürgerkrieg am 19. Mai des Jahres 2009 mit dem Sieg der Regierungsstreitkräfte. Insgesamt kamen in dem Krieg 100.000 Menschen um. Allein in den letzten Monaten der Regierungsoffensive starben nach Schätzungen von Experten etwa 40.000 Menschen. Die meisten gehörten zur Tamilen-Minderheit, in deren Namen die LTTE einen unabhängigen Staat gegen die Bevölkerungsmehrheit der Singhalesen durchsetzen wollte.
Seither raffte Präsident Rajapakse auf einer Welle der singhalesischen Euphorie nahezu alle Machtfunktionen an sich und veränderte die Verfassung so, dass er noch jahrelang regieren kann. Seine Minister mobilisierten in der Vergangenheit tobende Demonstranten, um gegen internationale Versuche zu protestieren, die Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zu untersuchen.
Die Untersuchungskommission verlangt eine internationale, juristische Aufarbeitung der Vergehen während des Konflikts. Die Regierung in Colombo verweigerte schon in der Vergangenheit eine ausländische Teilnahme an solchen Untersuchungen. Die Tamilen-Partei TNA begrüßte die Ergebnisse des Berichts. Jehan Pereira, ein Friedensaktivist in Sri Lanka, fürchtet unterdessen die Folgen. "Der Report hat die Atmosphäre polarisiert und die Regierung muss die Stimmung abkühlen", verlangte er am Dienstag.
© SN/SW
D. E. W. Gunasekara, ein Führungsmitglied der Kommunistischen Partei und "Minister for menschliche Ressourcen", behauptete: "Der Bericht ist ein Rückschlag für den Versöhnungsprozess."
Dabei ließ die Regierung in Colombo schon erste Einzelheiten des Berichts durchsickern, bevor er am Montag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im "Interesse der Transparenz" veröffentlicht wurde.
Präsident Mahinda Rajapakse, ein rabiater, singhalesischer Nationalist, schürte bereits Mitte April die Emotionen seiner Bevölkerungsgruppe, als er erklärte, er sei bereit, "für die Nation auf den Elektrischen Stuhl" zu steigen.
Die dreiköpfige Untersuchungskommission kam zu verheerenden Ergebnissen für alle Beteiligten. Colombo wird vorgeworfen, systematisch Krankenhäuser und mit Vertriebenen vollgepfropfte Gebiete mit Artillerie beschossen zu haben. Außerdem sollen Kämpfer der LTTE, die sich ergeben wollten oder hatten, auf Befehl der Regierung kaltblütig getötet worden sein. Der LTTE, die inzwischen nicht mehr existiert, wird vorgeworfen, Zivilisten als menschlich Schutzschilde missbraucht zu haben. An die Adresse der Vereinten Nationen geht die Kritik des Berichts, dass die Organisation nicht ausreichend versucht habe, das immense Blutvergießen zu vermeiden.
Der Konflikt endete nach fast 30-jährigem Bürgerkrieg am 19. Mai des Jahres 2009 mit dem Sieg der Regierungsstreitkräfte. Insgesamt kamen in dem Krieg 100.000 Menschen um. Allein in den letzten Monaten der Regierungsoffensive starben nach Schätzungen von Experten etwa 40.000 Menschen. Die meisten gehörten zur Tamilen-Minderheit, in deren Namen die LTTE einen unabhängigen Staat gegen die Bevölkerungsmehrheit der Singhalesen durchsetzen wollte.
Seither raffte Präsident Rajapakse auf einer Welle der singhalesischen Euphorie nahezu alle Machtfunktionen an sich und veränderte die Verfassung so, dass er noch jahrelang regieren kann. Seine Minister mobilisierten in der Vergangenheit tobende Demonstranten, um gegen internationale Versuche zu protestieren, die Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zu untersuchen.
Die Untersuchungskommission verlangt eine internationale, juristische Aufarbeitung der Vergehen während des Konflikts. Die Regierung in Colombo verweigerte schon in der Vergangenheit eine ausländische Teilnahme an solchen Untersuchungen. Die Tamilen-Partei TNA begrüßte die Ergebnisse des Berichts. Jehan Pereira, ein Friedensaktivist in Sri Lanka, fürchtet unterdessen die Folgen. "Der Report hat die Atmosphäre polarisiert und die Regierung muss die Stimmung abkühlen", verlangte er am Dienstag.
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